Smart Grid – Kernelement der Energiewende

1. Smart Grid – Was ist das?
Nach den Gesetzen der Physik, müssen die ins Netz eingespeiste Strommenge und die von den Verbrauchern abgenommene Strommenge jederzeit übereinstimmen, weil sonst die Stromversorgung zusammenbricht. Bisher (mit vorwiegend konventionellen Kraftwerken) wurde dazu die Stromerzeugung an die gut vorhersagbaren Schwankungen des Verbrauchs angepasst. Heute stehen wir aber vor dem Problem, dass die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne keine verlässliche Steuerung der Stromerzeugung zulässt. Jetzt schwankt nicht mehr nur die Nachfrage im Tages- und Wochenrythmus, sondern auch – und erheblich stärker und unberechenbarer – das Angebot.

Um nun trotzdem Angebot und Nachfrage durch ferngesteuerte Zu- und Abschaltungen zur Übereinstimmung bringen zu können, werden mit dem sogenannten „Smart Grid“ alle Erzeuger und Verbraucher untereinander vernetzt. Damit wird der Zugriff der Energieversorger auf die Stromabnahme durch Industrie und private Haushalte ermöglicht.
Die Anbindung der Verbraucher an des SmartGrid soll über sogenannte ‚intelligente Zähler‘ (auch Smart Meter genannt) oder Smart Meter Gateways erfolgen, die es dem Energieversorger ermöglichen, einzelne Geräte des Haushalts an- oder abzuschalten und den Stromverbrauch des Haushalts – bis auf Geräteebene – in Echtzeit abzufragen.
Das „Smart Grid“ wird deshalb von allen Protagonisten der Erneuerbaren Energien als Kernelement für das Gelingen der Energiewende angesehen.

2. Smart Grids Einführung
Auch wenn es von den Medien und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, die Technik der ‚intelligenten Netze‘ (andere Bezeichnung für SmartGrids) befindet sich bereits in der Phase der Normung und der Erprobung. Dabei ist die Einführung von intelligenten Netzen kein deutsches, sondern vor allem ein europäisches Projekt. Es wird von der EU – gemeinsam mit Lobbyorganisationen – über verschiedene Richtlinien und Verordnungen vorangetrieben. Die Europäische Union verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, zu gewährleisten,

„dass intelligente Messsysteme eingeführt werden“ (EU-Binnenmarktrichtlinie 2009/72/EG) und dass „… mindestens 80% der Verbraucher bis 2020 mit intelligenten (vernetzbaren) Zählern ausgestattet werden.“(EU-Energieeffizienzrichtlinien 2006/32/EG und 2012/27/EG)

Die europäischen Normierungs (Standardisierungs) Organisationen wurden von der EU-Kommission dazu verpflichtet, den Aufbau eines europäischen Smart Grids durch ihre Normungsarbeit zu unterstützen (EU-Mandate M/144 EN und M/490 EN).

Der deutsche Gesetzgeber hat Teile der EU-Richtlinien durch die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im August 2011 umgesetzt. Damit ist bereits jetzt auch in Deutschland die schrittweise Einführung Intelligenter Messsysteme gesetzlich vorgeschrieben.
In einem vom BMWi beauftragten Gutachten von Ernst & Young zur Kosten-Nutzen-Analyse wird dem EU-Szenario (80% bis 2020) allerdings mangelnde Wirtschaftlichkeit attestiert. Deshalb ist in Deutschland der Einbau von intelligenten Zählern zunächst nur bei Neubauten und größeren Sanierungen vorgeschrieben.

In anderen Ländern Europas ist die Einführung von Smart Grids schon erheblich weiter fortgeschritten. Laut einem „Scientific and Policy Report“ der EU (Stand 2013) sind in Italien, Schweden, Malta und Finnland bereits 100% der Haushalte mit intelligenten Zählern ausgestattet (ca. 50 Mio. Geräte). Bis 2019 soll die flächendeckende Ausstattung auch in Frankreich, England und Spanien (mit weiteren 120 Mio. Geräten) abgeschlossen sein.

3. Der Öko-Industrieller Komplex (Wer sind die Mitspieler )
Es lohnt sich, einmal genauer hinzusehen, wer alles bei der Einführung von Smart Grids mitspielt. Angesichts lukrativer – vom Staat abgesicherter – Geschäftsmodelle verwundert es nicht, dass hier in den letzten Jahren ein regelrechter Öko-Industrieller Komplex entstanden ist.

3.1 Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg e.V.
Diese Plattform ist eine Vernetzung von ca. 150 Akteuren aus Energiewirtschaft, Industrie, IT-Branche, Wissenschaft und Politik. Ziel ist neben der Förderung der Akzeptanz von Smart Grids-Technologien vor allem die Unterstützung der Landesregierung bei der Entwicklung der regulatorischen und energiepolitischen Rahmenbedingungen sowie die Erstellung einer Smart Grids-Roadmap für Baden-Württemberg. Der Verein erhält (als Lobbyorganisation!) bis 2016 eine Förderung durch das Land Baden-Württemberg.

3.2 Smart Grids-Roadmap Baden-Württemberg e.V.
Die Roadmap der ‚Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg‘ wurde 2012/2013 im Rahmen einer vom Umweltministerium BaWü beauftragten Workshop Serie von 144 „Energiewendeakteuren“ erstellt. Das Ergebnis ist aus Sicht der Energiewender eher ernüchternd. Es wird festgestellt, dass der regulatorische Rahmen noch weitgehend fehlt (Datenschutz, Sicherheit, Marktdesign, Tarifgestaltung, …), trotzdem sollen aber weiterhin intelligente Zähler ‚ausgerollt‘ werden.
Lobbyorganisationen wie BDEW, BDI und VDE/VDI, sowie die Netzbetreiber fordern, die Einführung des Smart Grids entschiedener voranzutreiben. Während die politischen Entscheider zur Zeit auch in Baden-Württemberg eher bremsen, fürchten die Lobbyisten bei weiteren Verzögerungen um ihre Geschäftsmodelle.

3.3 Lobby-Veranstaltungen und Forschungsprogramme
E-Energy – IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft ist ein Technologieprogramm des BMWi (Abschluss 2014). Im Rahmen dieses Programms wurden verschiedene Modellregionen zur Erprobung von Smart Grids ins Leben gerufen:

  •  E-DeMa Modellregion Rhein-Ruhr (Krefeld)
  •  eTelligence Cuxhaven
  •  MeRegio Göppingen und Freiburg (Minimum Emission Regions)
  •  MoMa Modellstadt Mannheim
  •  RegModHarz Landkreis Harz

Zweck dieser Modellregionen waren u.a. die Entwicklung und der Test eines offenen Standards zur Vernetzung aller Geräte der Haus- und Gebäudeautomation mit dem intelligenten Netz.

Dies ist auch das Ziel einer vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Allianz für Smart Energy Solutions zwischen KNX und EEBus. In einer Pressemitteilung von 2010 heißt es:

„Heute wurde in Darmstadt die Allianz für Smart Energy Solutions gegründet. […]Wir freuen uns über diese Allianz zwischen KNX und dem EEBus. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu der Entwicklung international einheitlicher Energiemanagement-Anwendungen. Dazu soll der weltweite KNX Standard ISO/IEC 14543 um Smart Metering und Smart Grid Anwendungen erweitert werden. Mittels dieser Dienste können Energietarife in Zukunft unabhängig vom Anbieter zum Kunden, also in dessen Gebäude oder Haus übertragen werden. So wird ein geräte- und herstellerübergreifendes, kundengerechtes und automatisches Energie-Lastmanagement bis auf Geräteebene möglich.“

KNX ist ein weltweiter Standard für alle Anwendungen im Bereich Haus- und Gebäudesystemtechnik. Mehr als 80% der in Europa verkauften Geräte für Heim- und Gebäudeautomation arbeiten nach diesem Standard.
Damit soll erreicht werden, dass all das, was wir heute unter dem harmlosen Namen Smart Home kennen, kompatibel wird zu Smart Metering und Smart Grid Anwendungen.

Während also die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen noch auf sich warten lassen, sind die Konzepte und Normierungen auf Geräteebene schon weit fortgeschritten.

3.4 Mitspieler aus Industrie und Dienstleistung
In einer anderen Pressemitteilung des BMWi 2011 zu einem Kamingespräch im Bundeswirtschaftsministerium heißt es:

„Zu einem „Kamingespräch“ mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums und der nationalen Normungsgremien trafen sich jetzt in Berlin die Repräsentanten von neun namhaften deutschen Unternehmen aus den Bereichen Solartechnik, Elektroinstallationstechnik, Haushaltsgeräte, Elektronikentwicklung, Heizung-Klima-Lüftungstechnik, Energietechnik und der Informations- und Kommunikationstechnologie. Thema des Austausches: der Wunsch nach einer ‚beschleunigten Einführung innovativer Technologiekonzepte für das intelligent vernetzte Haus‘ (= Smart Home) im Kontext mit der Entwicklung von Smart Grids“.

Wie dieser Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, gehören zu den namhaften deutschen Firmen Unternehmen wie SMA Solar Technology AG, Solar World AG, Busch-Jaeger Elekto GmbH, Deutsche Telekom Technischer Service GmbH, Miele & Cie KG, Vaillant GmbH u.a.

Aber auch Cisco, SAP und andere IT-Giganten beackern den Markt für Smart Grid und Smart Metering Lösungen schon längere Zeit, weil sie am Aufbau der benötigten Infrastruktur beteiligt sein möchten. Auf der 2009 von SAP in München abgehaltenen SAP – Utilities Conference waren intelligente Stromnetze, intelligente Zähl- und Abrechnungsprozesse sowie Software für AMI (Advanced Metering Infrastructure) die zentralen Themen. Laut SAP Informationen haben an der Konferenz Energieversorger, Firmen wie Fujitsu, IBM, Siemens, T-Systems sowie Softwarehäuser wie Adobe und Microsoft teilgenommen.

4. Datenschutz und Sicherheit
Der Einsatz von intelligenten Zählern ist mit erheblichen datenschutzrechtlichen Problemen und mit Sicherheitsproblemen für die Versorgungssysteme verbunden, die bislang in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen.

4.1 Datenschutz – Schutz privater Daten
Alptraum für unsere Privatsphäre
Aus dem Referentenentwurf zur ‚Verordnung über technische Mindestanforderungen an den Einsatz intelligenter Messsysteme‘ (BMWi, 13.03.2013):

„Das alltägliche Leben … ist geprägt durch eine hochtechnisierte Lebensweise unter ständigem Verbrauch von Energie, sodass eine zeitaktuelle Information über den Energieverbrauch in der Regel Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheit des jeweiligen Privathaushalts zulässt.“

Die ZEIT schreibt dazu am 19.11.2013, die erzwungene Fernübertragung unseres Stromverbrauchs in Echtzeit sei ein Alptraum für unsere Privatsphäre. „Mit diesen Daten könnten unsere An- und Abwesenheit, unsere Besucher, unsere Geräte und unsere Gewohnheiten im eigenen Heim enthüllt werden …“

Gutachten von Ernst & Young
Wohin die Reise gehen kann, zeigt in erschreckender Offenheit auch das oben bereits erwähnte Gutachten von Ernst & Young: Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von intelligenten Zählern wird dort empfohlen, die anfallenden Daten zu verwerten. Die Zählerbetreiber könnten für eine „weitergehende Nutzung der Daten durch Dritte“ Geld einnehmen. Und weil der Verkauf der Daten auf den Widerstand der Verbraucher stoßen könnte, wird weiter empfohlen, der Verkauf solle „in der Phase der Einführung vermieden werden“.

Google und NEST
Auch Google setzt bei seinen Geschäftsmodellen auf das vernetzte Haus: Anfang 2014 hat der Internetkonzern das Startup Nest für 3,2 Milliarden Dollar aufgekauft. Nest stellt intelligente Heizungssteuerungen und Feuermelder her. „Google will als Rückgrat deines Haushaltes daran beteiligt sein, wie du Energie verbrauchst …“ erklärt dazu ein Analyst von Moor Insight and Strategy der Nachrichtenagentur Reuters. Die Fachzeitschrift „Computer-Automation“ schrieb im Februar 2014:

„Google kauft Nest Labs, um mit deren Thermostaten Nutzerdaten direkt aus dem vernetzten Wohnzimmer abzugreifen … Daten, die für die werbetreibende Kundschaft von Google durchaus von Interesse sein dürften“.

4.2 Datenschutz – Eingriffe in die private Sphäre
Die Theben AG gehört als ein international agierendes Unternehmen aus Haigerloch zu den führenden Herstellern von Zeitschaltuhren, Bewegungs- und Präsensmeldern, Thermostaten sowie Komponenten für die KNX-Gebäudeautomatisierung. Eines der neueren Produkte, das sogenannte Smart Meter Gateway CONEXA 1.0, wird in der Firmenbroschüre „CONEXA Smart Meter Gateway“ für Stadtwerke und Energieversorger wie folgt beworben:

„In Zusammenarbeit mit dem BMWi und dem VDI werden CONEXA Geräte Teil der Gebäudesteuerung. So eröffnen Sie sich [gemeint sind die Energieversorger, Anm. des Verf.] enorme Möglichkeiten:

  • Optimierte Regelung des Verbrauchs durch automatisches Abschalten oder
    Herunterregeln der Energieverbraucher.
  • Versand automatischer Warnhinweise per E-Mail oder SMS bei Überschreiten
    tariflich vereinbarter Verbrauchswerte.

Die Geräte sind per Fernzugriff updatefähig für künftige Funktionen im Energievertrieb.“

Diese Geräte ermöglichen es also jetzt schon dem Energieversorger, in den privaten Energieverbrauch steuernd und überwachend einzugreifen. Und ohne dass der Kunde es bemerkt, können durch Fernzugriff weitere Funktionen eingebaut werden.

4.3 Datenschutz – Sicherheit vor Cyber-Angriffen
Am 10. und 11. Dezember 2014 fand in Wien eine Konferenz zum Thema
„IT-Sicherheit – Bedrohungen und Schutzmechanismen für elektrische Netze“ statt.
Veranstalter waren die SYMPOS Veranstaltungsmanagement GmbH in Kooperation mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW. In der Ankündigung der Konferenz heißt es:
„Energieunternehmen [müssen sich] intensiv mit dem Thema IT-Sicherheit befassen. Für die Steuerung und Überwachung von Erzeugungsanlagen, Elementen im Energienetz (z.B. Ortsnetzstationen und Smart Meter) … gehören Datenkommunikationsverbindungen und deren Schutz zu den Kernaufgaben in der Branche.“

Die Konferenz sollte „ein unabhängiges Forum bieten, um mit Spitzenvertretern der Energiebranche sowie hochqualifizierten Wissenschaftlern in Dialog zu treten und Lösungen […] zu diskutieren, um akute Bedrohungen [für elektrische Netze] abzuwenden bzw. zu verhindern.“
Als Organisator bzw. als Vortragende waren unter anderem folgende Institutionen an der Konferenz beteiligt:

  • Verschiedene Hochschulen aus Österreich und Deutschland
  • BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Deutschland
  • Smart Grid Plattform Baden-Württemberg
  • Energie-Control Austria (Regulierungsbehörde für die Strom- und Gaswirtschaft in AT)
  • Verschiedene Netzbetreiber aus Österreich
  • Andere Firmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtung
    (GAI NetConsult GmbH, Austrian Institut of Technology, ..)

Die Durchsicht der online verfügbaren Vorträge zeigt, dass sich die Verantwortlichen durchaus darüber im Klaren sind, dass sich die Sicherheitslage unserer Energieversorgungssysteme durch die Einführung von Smart Grids weiter verschärfen wird:

Martin Graf von Energie-Control Austria: „Als Betreiber kritischer Infrastrukturen sind Energieunternehmen weltweit Ziel von Cyber-Angriffen“ und „Weltweit ist ein Anstieg der Cyber-Attacken und der damit verbundenen Kosten zu beobachten“.
Dominik Engel, Josef Ressel-Zentrum für Anwendungsorientierte Smart Grid Privacy, FH Salzburg: „Best Practice aus anderen Branchen zeigt: 100% Sicherheit gibt es nicht“.
Thomas Pfeiffer, LINZ STROM Netz: „100 %-ige Sicherheit ist nicht erreichbar – Security vs. Costs“
Walter Tenschert, Netz Oberösterreich GmbH: „Grunderkenntnis: Es gibt keine absolute Sicherheit“

Beispiele für Angriffe gegen SmartMeter/-Grids:
Die auf dieser Konferenz geäußerten Befürchtungen sind keineswegs nur theoretischer Natur, sondern weltweit bereits Realität.

„A series of hacks perpetrated against so-called “smart meter” installations over the past several years may have cost a single U.S. electric utility hundreds of millions of dollars annually, . . . FBI said in a cyber intelligence bulletin“ (KrebsOnSecurity – April 2012).

„Ein Unternehmen, das Software für intelligente Stromnetze entwickelt, wurde laut eigenen Angaben das Ziel eines Hacker-Angriffs…. Das US-Unternehmen Telvent … hat seinen Kunden in der vergangenen Woche von dem Angriff berichtet. [Es] wurden Befürchtungen laut, dass Kriminelle auf diesem Weg Malware in die Steuerungssoftware von intelligenten Stromnetzen einschleusen könnten. … Laut ersten Informationen sollen Hacker aus China dafür verantwortlich sein.“ (http://futurezone.at – Sept. 2012)

Bericht über die Black Hat – Conference in Amsterdam: „Sicherheitsexperten ist es gelungen, in Spanien eingesetzte intelligente Stromzähler zu hacken. Sie präsentierten ihre Ergebnisse auf der Sicherheitskonferenz Black Hat Europe 2014 in Amsterdam. Die Geräte werden von drei Stromanbietern (in 8 Mio. Haushalten) eingesetzt: Endesa, E.ON und Iberola …“ (www.golem.de)

„Eine zunehmende Anzahl von Cyber-Terroristen … haben zuletzt öffentliche Versorgungsnetze ins Visier genommen… Die sich zum Teil verschärfende geopolitische Situation und die aktuellen Smart-Grid-Projekte der Energieversorger verschlimmern die Bedrohungslage zusätzlich.“ (Computerbild – Sept. 2014)

4.4 Folgen von Cyber Angriffen
Die Energiewende wird das ganze deutsche Stromnetz verwundbarer machen für Cyber-Angriffe. Die größten Sorgen machen dabei die Smart Meter.

„Diese elektronischen Stromzähler lassen sich von außen über Computer ansteuern. Wenn die Smart Meter auch zur Regelung und Steuerung eingesetzt werden, dann haben ausgefuchste Hacker womöglich viele Tausend Zugänge zum Netz und seinen Schaltstellen, um die Stromversorgung aus dem Gleichgewicht zu bringen.“ (ZEIT-ONLINE, 17.04.2014)

Eine mögliche Folge von solchen Angriffen kann der Zusammenbruch der gesamten Energieversorgung in Deutschland und Europa sein. Ein solcher Zusammenbruch hätte gravierende Folgen. Dazu nochmals das ‚Josef Ressel – Zentrum für Anwendungsorientierte Smart Grid Privacy‘ auf der oben genannten Konferenz in Wien: „Das Schadensausmaß ist schnell unendlich hoch, z.B. Blackout 2003 in USA und Kanada – 50 Mio. ohne Strom, mehrere Tote“.
Sehr zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch der Bericht „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung des Deutschen Bundestags vom 27.04.2011. Dort wird u.a. ausgeführt:

„Die Folgenanalysen haben gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit (lebens)notwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden.“

5. Fazit
Weil die zuverlässigen konventionellen Kraftwerke durch Zufallserzeugung mittels Sonne und Wind ersetzt werden sollen, wird die Einführung von Smart Grids unvermeidlich. Anders wird die Energiewende – darüber sind sich alle Akteure einig – nicht gelingen können. Die Folgen werden gravierend sein. Im Namen dieser unseligen Energiewende

  • wird durch Steuerung von Haushaltsgeräten und durch stündlich schwankende Strompreise massiv in die Privatsphäre eingegriffen,
  • werden Daten über das Verhalten der Menschen in den eigenen vier Wänden
    erhoben und an Netzbetreiber, Versorger und andere Dienstleister weitergegeben,
  • wird das Energieversorgungssystem weiteren unkalkulierbaren Risiken durch
    Cyber-Attacken ausgesetzt,
  • wird mit dem Smart Grid ein IKT-System (*) aufgebaut, dessen Komplexität
    alles bisher bekannte bei weitem übersteigt und die Zuverlässigkeit der
    Versorgungssysteme gefährdet.

(*) IKT = Informations- und Kommunikations Technik

Große Unternehmen werden es sich leisten können, eine eigene Abteilung damit zu beschäftigen, die übermittelten ‚Preissignale‘ zu beobachten und entsprechend zu agieren. Für ein kleines und mittleres Unternehmen wird das kaum zu leisten sein. Stündlich schwankende Strompreise (je nach Wetterlage) machen eine ordentliche Planung und Kalkulation unmöglich.

Und die privaten Haushalte? Wir konnten uns bisher darauf verlassen, dass uns immer Strom zur Verfügung stand, wann immer wir ihn benötigten. Über genügend Energie dann verfügen zu können, wann wir wollten, war bisher Teil unserer Freiheit. Mit der Einführung der Smart Grids will man uns jetzt diese Freiheit wieder nehmen! Man will uns dazu zwingen, unseren Alltag um eine unsichere Energieversorgung herum zu organisieren!

Ich will das nicht! Ich will in meinem Alltag vergessen dürfen, dass ich Strom benötige. Er soll wenig kosten und mir immer zur Verfügung stehen.

Peter Maier-Schuler

Ein Gedanke zu „Smart Grid – Kernelement der Energiewende

  1. Wolfgang Mächler

    Lieber Herr Maier-Schuler
    Vergangene Woche hat man mir ein neues, funkkgesteuertes Gerät zur Steuerung des Nachtsstroms(EnBW) eingebaut. Ist dieses Gerät im Sinne der von Ihnen beschriebenen Bedingungen?

    Ich bin Kreissprecher der AfD Biberach, wir kennen uns. Bin über Ihren geplanten Schritt sehr erschüttert. Auch ich habe mehrere Vorträge gehalten Über den Unsinn der Energiewende und mich auch bei Ihnen materialmäßig bedient. Ich halte dieses Projekt für einen Anschlag auf den Geist schlechthin.
    Dass ich nun einen wichtigen Mitstreiter verlieren soll, geht mir auch wider den Geist. Ich glaube nicht, dass sich die Achse der Partei wesentlich verschieben wird, schon gar nicht in Baden-Wrteemberg. Ich war am Mittwoc in Reutlingen und habe Prof. Meuthen gehört, der besser gefallen hat als B.Kölmel. Auch die Kreissprecherkonferenz am Samstag war von großem Ernst und zielstrebiger Arbeit geprägt.
    Wir müssen uns den Themen Zuwanderung, Asylmisbrauch, Gender, Schule, Energie stellen, und das sind vielfach „rechte“ Themen, die man bearbeiten muss. Die CDU scheut diese Themen wie der Teufel das Weihwasser -warum wohl??. Wir wollen nicht rechts sein, auch nicht dem Anschein nach!!. Lieber soll das Land versinken als dass wir in den Rechtsgeruch kommen.
    Tue recht und scheue niemand!! das muss die Parole sein, auch wenn man als Rechter verschrien wird. Es geht um Deutschland und nicht um p.c.

    Also: überlegen Sie sich das nochmal,bitte.
    Ihr Wolfgang Mächler

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